Philosophie
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Die Gedanken sind frei. Wirklich?
„Die Gedanken der herrschenden Klasse sind in jeder Epoche die herrschenden Gedanken, d. h. die Klasse, welche die herrschende materielle Macht der Gesellschaft ist, ist zugleich ihre herrschende geistige Macht. ... Die herrschenden Gedanken sind weiter Nichts als der ideelle Ausdruck der herrschenden materiellen Verhältnisse, die als Gedanken gefaßten herrschenden materiellen Verhältnisse; also der Verhältnisse, die eben die eine Klasse zur herrschenden machen, also die Gedanken ihrer Herrschaft…“ (Marx 1846) Mal sehen, wie das so ist mit Kriegstüchtigkeit, Demokratie und Verantwortung, Nationalstaat und Bürgersinn, Gerechtigkeit und Steuern…
In diesem Kurs wollen wir uns mit den großen unvollendeten Versuchen auseinandersetzen, den Zusammenhang von materiellem Sein und gesellschaftlichem Bewusstsein zu ergründen.
Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Friedensmodelle und Friedensbildung
Alle reden davon, dass sie Frieden wollen, selbst Kriegstreiber. Die meisten reden davon, dass sie keinen Krieg wollen. Die Kriegstreiber verschieben den Frieden auf die Zeit nach dem Sieg. Sie erklären ihren Krieg als unvermeidlich und ihren Sieg als gerecht. Strenge Pazifisten halten jeden Krieg für vermeidlich und das Propagieren gerechter Siege für verlogen. Die meisten Friedliebenden stimmen hingegen einem Verteidigungskrieg zu und halten ihn auch für gerecht. Die Vereinten Nationen verbieten Kriege als Mittel zur Lösung internationaler Konflikte grundsätzlich. Davon ausgenommen ist nur die Selbstverteidigung nach einem Angriff.
Das Wort „Frieden“ wird von allen verwendet, es scheint aber verschiedene Arten von Frieden zu geben. Diese Friedensmodelle werden wir uns ansehen und kritisch beleuchten. Der erste Termin ist dem religiösen, der zweite dem realistischen und der dritte dem demokratischen Modell gewidmet. Das religiöse erwartet den ewigen Frieden in einer jenseitigen Welt und tut sich schwer damit, für die diesseitige Welt den Frieden fördernde Maßnahmen zu entwickeln. Das realistische Modell geht davon aus, dass nur ein Gleichgewicht der Kräfte den Frieden schaffen und sichern kann. Das demokratische Modell möchte den Frieden sichern, indem eine hohe Zahl an Betroffenen an den Entscheidungen für Krieg oder Frieden beteiligt ist. Die Veranstaltung soll Ihnen ermöglichen, Friedensvorschläge von wem auch immer besser verstehen und beurteilen zu können.