Philosophie
Kurse (4)
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Philosophie als Lebenshilfe und Lebensratgeber
Schon in der Antike war die Philosophie neben ihren „klassischen“ Funktionen zugleich Lebenshilfe und Lebensratgeber. Das, was heute u.a. in Therapie und Psychologie geleistet wird, wurde vielfach von Philosophen übernommen: Ängste zu besiegen, Trost zu spenden, Trauer zu überwinden, Sinnstiftungen zu ermöglichen und bei der Suche nach „Glück“ zu unterstützen. Die dazu überlieferten Texte erweisen sich in zahlreichen Hinsichten als erstaunlich aktuell. Im Kurs werden verschiedene antike Ansätze der Lebenshilfe vorgestellt. Zu den behandelten Philosophen gehören z.B. Epikur, Epiktet, Seneca und Marc Aurel. Zum Vergleich werfen wir abschließend einen Blick auf moderne Ansätze, etwa bei Wilhelm Schmid, dem Autor der „Philosophie der Lebenskunst“.
Voraussetzungen: Freude am Denken und die Bereitschaft, von Woche zu Woche kleine Textauszüge zu lesen.
Die Gedanken sind frei. Wirklich?
„Die Gedanken der herrschenden Klasse sind in jeder Epoche die herrschenden Gedanken, d. h. die Klasse, welche die herrschende materielle Macht der Gesellschaft ist, ist zugleich ihre herrschende geistige Macht. ... Die herrschenden Gedanken sind weiter Nichts als der ideelle Ausdruck der herrschenden materiellen Verhältnisse, die als Gedanken gefaßten herrschenden materiellen Verhältnisse; also der Verhältnisse, die eben die eine Klasse zur herrschenden machen, also die Gedanken ihrer Herrschaft…“ (Marx 1846) Mal sehen, wie das so ist mit Kriegstüchtigkeit, Demokratie und Verantwortung, Nationalstaat und Bürgersinn, Gerechtigkeit und Steuern…
In diesem Kurs wollen wir uns mit den großen unvollendeten Versuchen auseinandersetzen, den Zusammenhang von materiellem Sein und gesellschaftlichem Bewusstsein zu ergründen.
Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Wissenschaftstheorie
Das Ziel von Wissenschaften ist die Produktion von Wissen. Die Wissenschaftstheorie erklärt, wie dieses Wissen hergestellt wird und bewertet diese Wissensherstellung und die Ergebnisse. Wissenschaften suchen nach Tatsachen und deren Ursachen und Wirkungen, um die Tatsachen zu erklären und zukünftige Ereignisse vorherzusagen. Dazu werden Gesetze und Hypothesen benötigt. Wie können wir die finden oder herstellen? Und wenn sie gefunden sind, stellt sich die Frage, wie sie gerechtfertigt werden können.
In der Veranstaltung werden die wissenschaftstheoretischen Modelle mit ihren Stärken und Schwächen so vorgestellt, dass sie auch für praktische Probleme anwendbar sind.
Friedensmodelle und Friedensbildung
Alle reden davon, dass sie Frieden wollen, selbst Kriegstreiber. Die meisten reden davon, dass sie keinen Krieg wollen. Die Kriegstreiber verschieben den Frieden auf die Zeit nach dem Sieg. Sie erklären ihren Krieg als unvermeidlich und ihren Sieg als gerecht. Strenge Pazifisten halten jeden Krieg für vermeidlich und das Propagieren gerechter Siege für verlogen. Die meisten Friedliebenden stimmen hingegen einem Verteidigungskrieg zu und halten ihn auch für gerecht. Die Vereinten Nationen verbieten Kriege als Mittel zur Lösung internationaler Konflikte grundsätzlich. Davon ausgenommen ist nur die Selbstverteidigung nach einem Angriff.
Das Wort „Frieden“ wird von allen verwendet, es scheint aber verschiedene Arten von Frieden zu geben. Diese Friedensmodelle werden wir uns ansehen und kritisch beleuchten. Der erste Termin ist dem religiösen, der zweite dem realistischen und der dritte dem demokratischen Modell gewidmet. Das religiöse erwartet den ewigen Frieden in einer jenseitigen Welt und tut sich schwer damit, für die diesseitige Welt den Frieden fördernde Maßnahmen zu entwickeln. Das realistische Modell geht davon aus, dass nur ein Gleichgewicht der Kräfte den Frieden schaffen und sichern kann. Das demokratische Modell möchte den Frieden sichern, indem eine hohe Zahl an Betroffenen an den Entscheidungen für Krieg oder Frieden beteiligt ist. Die Veranstaltung soll Ihnen ermöglichen, Friedensvorschläge von wem auch immer besser verstehen und beurteilen zu können.